Zu den Veränderungen in der Arbeitswelt gehört es, dass sich
der Beruf als Orientierungsgröße in der Biografiegestaltung auflöst.
Ein wachsender Anteil Erwerbstätiger erlebt Brüche in der
Erwerbsbiografie. Eine Form besteht darin, dass in unterwertige
Beschäftigung gewechselt wird. Die Studie vergleicht die Arbeitssituation, arbeitsbezogene Motivation und Einschätzungen beruflicher Fähigkeiten von Qualifikationsgerecht und unterwertig Beschäftigten mit einer Hochschulqualifikation. Die Lernhaltigkeit
der Arbeitssituation und Kriterien für arbeitsbezogene Motivation weisen deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen aus. Unterwertig Beschäftigte haben geringere Ausprägungen.
Die Lernhaltigkeit der Arbeitssituation wird durch den Tätigkeitsspielraum und die Vollständigkeit von Arbeitsaufgaben, durch die Anforderungsvielfalt und die Transparenz der Informationsflüsse (= Lernhaltigkeit der Arbeitsaufgabe) sowie durch Partizipationsmöglichkeiten, zeitliche Freiräume, Anerkennung selbständigen Handelns und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen (= Lernförderung durch die Organisation) operationalisiert. Diese Situationsmerkmale werden als Prädiktoren für die Ausprägung intrinsischer Motivation in der Arbeit interpretiert. Konsequenzen für die Entwicklung selbst organisierten Lernens in der Arbeit werden diskutiert.
Vielfältige Arbeitsaufgaben mit Tätigkeitsspielräumen, transparenten Informationsflüssen und eine Lernen anerkennende sowie Partizipation ermöglichende Unternehmenskultur sind Voraussetzungen für das Erhalten und Entwickeln arbeitsorientierter Lernmotivation. Führungskräfte können dafür Instrumente und Gestaltungsleitfäden der Arbeits- psychologie nutzen, z. B. das Tätigkeitsbewertungssystem.