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Édouard Louis, geboren 1992 als Eddy Bellegueule in Hallencourt, studierte Philosophie und Soziologie und lebt heute als Schriftsteller in Paris. Sein erster Roman "Das Ende von Eddy", 2015 ins Deutsche übersetzt, wurde 2014 mit dem Pierre Guénin-Preis gegen Homophobie ausgezeichnet und machte Louis zu einem der bekanntesten zeitgenössischen französischen Autoren. In dem autosoziobiografischen Roman beschreibt Louis' Ich-Erzähler seinen Ausbruch aus den prekären Lebensumständen, in denen er sich als homosexueller Heranwachsender im Arbeitermilieu seines Heimatdorfes wiederfand. Sein letzter Roman "Anleitung ein anderer zu werden" (2022) kehrt thematisch zu seinem Versuch zurück, sich jenseits des Herkunftsmilieus neu zu erfinden: Der Ich-Erzähler berichtet von seinem Aufstieg als "Klassenübergänger" und sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob die Transformation der Selbst die erhoffte Befreiung bewirkt. Louis' Werke wurden in über 30 Sprachen übersetzt und für das Theater bearbeitet. Seine Texte erzählen von Menschen, die in Literatur selten repräsentiert sind, und legen die strukturelle Gewalt, der Menschen aus unteren Schichten ausgesetzt sind, offen.
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