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Miguel de Unamuno, geb. 29. September 1864 in Bilbao, war Professor für Altgriechisch und - mit politisch bedingten Unterbrechungen - jahrzehntelang Rektor der Universität von Salamanca. Er gehörte zur sog. Generation '98 und hat als Dichter und Philosoph das spanische Geistesleben des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt.
Als politisch widerständiger Geist wurde er vom Diktator Primo de Rivera 1924 ins Exil vertrieben, was weltweit Aufmerksamkeit erregte. Nach seiner triumphalen Rückkehr 1930 und vorübergehender Parteinahme im spanischen Bürgerkrieg für Francisco Franco wurde er nach einer öffentlichen Abwendung von der Falange wieder seines Amtes als Rektor enthoben und starb am 31. Dezember 1936 im Hausarrest.
Neben philosophischen Essays schrieb er zahlreiche Romane, u. a. 'Niebla' ('Nebel'), 'Abel Sánchez' und 'La tía Tula' ('Tante Tula'); außerdem verfasste er Erzählungen, Dramen und Lyrik. 'Del sentimiento trágico de la vida' ('Vom tragischen Lebensgefühl') gilt als sein philosophisches Hauptwerk.
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