Dieser Band bündelt zwei hochaktuelle Beiträge Michel Foucaults zum Thema Sexualität. Im Mittelpunkt des 1982 geführten Gesprächs »Sex, Macht und die Politik der Identität« steht seine Hoffnung, durch andere Begierden neue Lebensformen zu erschaffen. In »Das wahre Geschlecht«, ursprünglich als Vorwort zu den Memoiren Herculine Barbins verfasst, beschäftigt sich Foucault mit Geschlechtsidentitäten jenseits binärer Kategorien. Weitsichtig und klar äußert er sich jeweils zu Fragen, die viele bis heute beschäftigen: Gibt es so etwas wie ein »wahres« Geschlecht? Braucht es eine genuin homosexuelle Kultur? Und wie könnte diese gedacht werden?
Obwohl Michel Foucault das 21. Jahrhundert nicht mehr erlebt hat, sind viele seiner Ideen und Konzepte - von der Biopolitik bis zur Freundschaft als Lebensform - aktueller denn je. Man könnte sogar sagen, dass sie erst im Kontext heutiger Debatten ihre volle Kraft entfalten.