Dreißig Prozent der deutschen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Deutschland gilt damit als Einwanderungsland - auf dem Papier. Institutionen, Integrationsbeauftragte und politische Konzepte vermitteln den Eindruck, es sei vieles auf einem guten Weg. Doch die Realität sieht anders aus: Noch immer scheitert das Paradigma der Integration, noch immer bleibt gesellschaftliche Teilhabe vielen Migranten verwehrt, noch immer dominieren stereotype Bilder die öffentliche Debatte - von Clankriminalität bis Parallelgesellschaft.
Musa Deli schildert, woran Integration in Deutschland tatsächlich scheitert. Dabei geht es nicht um bekannte Appelle oder Oberflächenkosmetik. Stattdessen beleuchtet er die strukturellen, oft unausgesprochenen Barrieren - kulturelle Grammatiken, politische Rollenverteilung, Tokenismus, mediale Verzerrungen -, die das gesellschaftliche Miteinander tiefgreifend behindern. Mit großer Klarheit benennt das Buch, was sich ändern muss, damit Deutschland nicht nur migrationspolitisch funktioniert, sondern wirklich offen und chancengleich wird - für alle.