Die Bilder in Flavio Michelis Serie
Backforward
sind aus der unmittelbaren Anziehungskraft der Motive entstanden. Sie erzählen von Ereignissen und Spuren und machen die innere Spannung zwischen dem explizit Dargestellten und dem implizit Angedeuteten spürbar. Menschen sind kaum zu sehen, ihre Anwesenheit ist dennoch in subtiler Weise erfahrbar. Ihre Spuren werden zu Orientierungshilfen, die zur Erinnerung zurückführen und die Imagination in Gang setzen. Auf den ersten Blick erscheinen die Aufnahmen als unspektakuläre Veduten, Situationen oder Orte, die erst beim genaueren Hinsehen den Zugang zu dem darunterliegenden, nonverbalen Feld eröffnen. Die teilweise Einfärbung von Schwarz-Weiss-Bildern verstärkt diese Ambivalenz und führt zum Wechselspiel in der Fokussierung.
Kurze Texte zu Michelis Kunst von der Essayistin Annelisa Alleva und der Übersetzerin Silvia Kleist sowie ein lyrischer «Brief aus der Vergangenheit für morgen» der Autorin, Journalistin und Performerin Anja Nora Schulthess bilden in poetischer und sachkundiger Weise das literarische Äquivalent zu diesem bildhaften Dialog zwischen Sein und Erinnerung.
Swiss-born photographer Flavio Micheli's
Backforward
series emerged from the immediate appeal of motifs. They tell of events and traces, making palpable an inherent tension between the explicitly depicted and the implicitly suggested. People are scarcely visible, yet their presence can be subtly sensed. Their traces become reference points leading back to memory and instigating imagination. At first glance, Micheli's images seem to be unspectacular vedute that only upon closer inspection reveal the underlying, nonverbal sphere. The partial coloring of pictures shot in black and white reinforces this ambivalence and leads to a shift in focus.
Brief texts on Micheli's art by writer Annelisa Alleva and translator Silvia Kleist, as well as a lyrical "Letter from the Past for Tomorrow" by journalist and performance artist Anja Nora Schulthess, round out this carefully designed volume.